Game Design und Produktion – Interview mit Gunther Rehfeld

Gamedesign und Produktion

1. Gunther, du bist Autor eines Game Design-Buches. Was machst du sonst so? Kannst du dich unseren Lesern kurz vorstellen?
Manchmal findet man mich in tollen Ausstellungen, auf lauten Konzerten, verrauchten Kneipen und jetzt schreibe ich gerade.
Ich unterrichte seit 2001 Grafik an der HAW Hamburg. Seit 2005 habe ich mich in Gestaltungskursen auch mit Games auseinandergesetzt und dann die Möglichkeit bekommen, einen Masterstudiengang aufzubauen. Diese Tätigkeit hat mich die letzten Jahre voll ausgefüllt. Seitdem der Studiengang in trockenen Tüchern ist, widme ich mich wieder mehr der Forschung. Hier interessieren mich speziell Dramaturgie und Spielergemeinschaften in und um Spiele.
Zudem lese ich mit Leidenschaft, höre gerne Musik und verbringe so viel wie möglich Zeit mit Familie und Freunden.

2. Wie bist du dazu gekommen, das Buch “Game Design und Produktion ” zu schreiben?
Eigentlich wollte ich ein Buch schreiben, das Eltern aufzeigt, dass ein Spiel, also auch ein Computerspiel, ein integraler Bestandteil der Kultur ist. Spiel bedeutet lernen und entwickeln. Mein Herz schlägt deswegen für die drei gesellschaftlichen Freiräume, in denen etwas entsteht, dem Spiel, der freien (das heißt ökonomisch, nicht relevanten) Kunst und der Philosophie.

3. Ich sehe, dass du aus Hamburg bist. Wie gefällt dir das Konzept der Game City für Indie Game Developer?
Ohne die Game City und die unterstützenden Unternehmen und Einzelpersönlichkeiten wäre der Studiengang nie entstanden. Die Game City und auch der Masterstudiengang (http://www.gamesmaster-hamburg.de) sind eine super Basis für Firmengründungen in einem kreativen Umfeld von Uni und vielen kleinen und großen Startups. An einigen, wie Daedalic oder XYRality, sind ja auch ehemalige Studierende beteiligt.

4. Bist du in deiner Freizeit ein begeisterter Spieler oder beschäftigst du dich lieber mit dem Game Design?
Beides. Ich liebe Brett- und Computerspiele. Dass ich dabei immer das Game Design mit im Auge habe ist nicht zu vermeiden.

5. Hast du selbst schon Spiele publiziert? Planst du es?
Komplette Spiele selber nicht, sondern nur Abenteuer für Pen & Paper Rollenspiele (also gewissermaßen analog MODs) und ganz früher mal ein Brettspiel. Ich habe da schon ein paar Ideen im Sack. Aber neben Arbeit, Familie, etc. ist leider zu wenig Zeit für so ein umfangreiches Projekt, wie es ein Game darstellt.

6. Wie war für dich die “Schreibphase”? Hat es dir Spaß gemacht?
An sich bringt es total viel Spaß. Genau genommen kommt es jedoch immer auf die Phase an. Meistens schreibe ich gerne, aber wie in jedem kreativen Prozess gibt es Hänger und Unsicherheiten. Und oft hatte ich nicht die Zeit, die ich gerne gehabt hätte und ich musste das Schreiben oder etwas anderes vernachlässigen.

7. Wie fühlt sich für dich Feedback zu deinem Buch an?
Bislang sehr gut und erfreulich positiv. Ich hoffe, dass es vielen eine Anregung gibt und Wege zeigt, auch selber produktiv tätig zu sein. Super fand ich, dass ein Kollege es definitiv für geeignet für den Unterricht an Hochschulen hält. Das ging runter wie Sahne. Ich selber sehe natürlich die Ecken und Kanten, die es noch hat. Und so manches zu dunkel gedruckte Bild ;o) .

8. Gerade findet ein regelrechter Boom auf die Indie-Game-Szene statt, wie findest du das?
Ein ganz normaler Prozess, wie in jedem Medium. Auch in Musik, Kunst etc. gab und gibt es immer eine „Underground-“ oder „Indie-“ Szene. Das schlägt im Games-Bereich durch die Vereinfachung der Produktionsmittel zur Zeit immer mehr durch. Zudem braucht jeder kulturelle Bereich Orte, an denen er sich weiterentwickeln kann, um neue Wege für die zwangsläufig eingefahrene und in der Langeweile zu erstarren drohende Massenkultur aufzuzeigen. Boom zeigt allerdings die Gefahr der „Verkommerzialisierung“ der Indie-Kultur auf dem Weg zum Mainstream. Aber auch hier wird sich die Branche immer wieder neu erfinden – hoffentlich auf einem zunehmenden Weg hin zur Demokratisierung der Produktionsmittel und Vertriebswege.

9. Ich liebe das Game FEZ von Phil Fish. Hast du es gespielt? Wenn ja, welche Schwächen/Stärken findest du im Game Design?
Ich habe es angespielt und mir gefällt die Ästhetik sehr gut. Die Mechanismen habe ich – bis auf den Überraschungsmoment des „Neustart“ – recht klassisch gefunden, aber ich bin, wie gesagt, nicht in die Tiefen eingedrungen. Plattformer sind nicht gerade meine Lieblingsspiele, speziell weil man so oft herunterfällt. Die Rätsel waren OK und lösbar. Am besten fand ich die kleinen, recht runden Charaktere, denen man begegnet. Eine stimmige, schön anzuschauende Welt.

10. Was ist dein derzeitiger Favorit was Game Design angeht?
Das wechselt bei mir ständig und kommt darauf an, unter welchem Aspekt man ein Spiel spielt. Das Game „Stanley Parable“ hat mich zuletzt total fasziniert. Es ist zwar eher ein Meta-Spiel, in dem es um grundlegende Spielmechanismen wie Symboliken, Entscheidungen und Story geht. Es ist jedoch nicht, wie zu vermuten, trocken, sondern treibt einen immer weiter voran, da es super erzählt ist. Mit einem Schmunzeln um die Lippen. Manche Spiele, deren Game Design und Story/Welt total faszinierend sind, können den Spaß durch einen kleinen Fehler total ruinieren. Ich liebe Psychonauts, bin aber nie ganz durchgekommen, da ich bei einem Boss immer wieder scheitere. Was hab ich mir da eine „Weiter“-Button gewünscht. Weitere Titel sind Scrolls, da ich Magic geliebt habe und natürlich Titel wie The Last of Us, Journey oder Beyond Two Souls. Zudem bin ich auf der Suche nach Innovationen im MMO Bereich. Everquest Next? Potenzial hat m.E. auch „Galaxies on Fire  Alliances“ von Fishlabs auf dem iPad.

11. Wie findest du die deutsche Indie Game Szene?
Diese Frage verstehe ich nicht. Es gibt nicht „die Szene“ und ich kann sie nicht so einfach „finden“ bzw. bewerten.

12. Welchen Tipp würdest du einem Einsteiger in die Szene gern mitgeben?
Einfach loslegen und nicht locker lassen. Und bedenken, dass auch das kleinste Spiel den Machern zumeist viel Zeit, Schweiß und Mühe abverlangen wird. Also klein anfangen; am besten im Team. Spiel ist Kommunikation, Kommunikation ist Spiel.

13. Diese Frage habe ich bis jetzt jedem Autor gestellt: Wie viele Liter Kaffee brauchst du für den Flow-Zustand? :)
Ich denke, ein Liter reicht für zwei Wochen. Das sind im Jahr…Somit ist keine direkte Korrelation zwischen Kaffe und Flow zu entdecken.

14. Vielen Dank für das Interview. Möchtest Du unseren Lesern vielleicht noch etwas mitteilen?
Das Leben ist ein kurzes, verworrenes Level. Versucht jedes Rätsel, jeden Gegner, jedes Problem, jede Minute in fröhlicher Gelassenheit zu genießen. In Alltag und Spiel.

Rehfeld_Portrait300dpi

Ich bedanke mich für das super Interview.
Happy Coding!

Nike Air Jordan 5 – mach dir deinen eigenen in Illustrator – Template – Vorlage – AI

Template Ai, Illustrator, Vector Nike Air Jordan 5

Wir alle lieben die Nike Air Jordan 5. Viele Designer versuchen sich an eigenen Designs. Auch ich wollte ein wenig mit diesen trendigen Sneakern rumspielen. Leider konnte ich im ganzen großen Internet kein einziges Template für Illustrator von Adobe finden. Deswegen habe ich mir 3h meiner Zeit genommen und für euch dieses Template erzeugt. Auch habe ich darauf geachtet das Ihr den Turnschuh ganz einfach mit dem Interaktiv malen Werkzeug einfärben könnt.

Viel Spass mit dem Template, ich würde mich freuen einige Varianten von euch in der Kommentarfunktion wiederzufinden.

Download Template Nike Air Jordan 5 Illustrator Vector

Download ( ab Illustrator CS5, 500KB ) 

(( Nike Air Jordan 5 – Vorlage – Template Illustrator free download ))

Happy drawing!

Ich will PIXELART!

Happy_Blooper

Ahhhhh Pixelart, es ist schon ein Stück unserer Kindheit.

Wir alle kennen die kleinen Pixel welche lustig Zusammengefügt so ein tolles Gebilde darstellen welches sich erst erschließt, wenn wir uns 2,5 Kilometer vom Bildschirm wegbewegen.

Aber wir macht man diese Pixelart? – Heute eine klitzekleines Tutorial mit Photoshop von Adobe.

Wir verwenden die Version CS6 von Photoshop.

1. Dokument einrichten:

Nach einem beherzten Klick auf Datei >> Neu erschließt sich uns dieser Dialog.

Bildschirmfoto 2013-07-16 um 21.15.09

Hier ist darauf zu achten das die Größe unserer zu bearbeitenden Fläche bei 50×50 Pixeln liegt, wieso zeigen wir im zweiten Schritt.

2. Das Dokument verfeinern:

Um mir das arbeiten zu vereinfachen tränke ich meist den Hintergrund in einen dunklen Ton. Und Zoome das kleine Rechteck auf min. 1500% heran. Müsste dann ungefähr so aussehen:

Bildschirmfoto 2013-07-16 um 21.17.36

Solltet Ihr das Pixelraster nicht sehen, so müsst ihr einfach auf Ansicht >> Anzeige >> Pixelraster gehen.

3. Rumpixeln:

Stellt euch das Buntstift-Werkzeug welches sich ganz frech unter dem Pinsellogo versteckt auf 1 Pixel.

Bildschirmfoto 2013-07-16 um 21.32.27

Solltet Ihr noch keine eigenen Kreationen erstellen wollen, hilft es auch berühmte Character zunächst nachzumalen. Dank Google findet Ihr Zugang zu zigtausend Pixelart Artworks.

pixelfinn

4. Abspeichern und Skalieren will gekonnt sein:

Das wichtigste Part ist das Speichern, das wollen wir ja nicht mit 50×50 Pixeln machen.

Zunächst gehen wir auf Datei >> Für Web speichern…

Bildschirmfoto 2013-07-16 um 21.21.25

Hier ist darauf zu achten das wir bei der Qualität stets auf “Pixelwiederholung” stellen, somit werden wenn wir die Größe des Kunstwerkes ändern die Pixel quasi als harte Kante beibehalten und nicht verwässert.

richtig

So das war es auch schon, mehr Rüstzeug brauch man für Pixelart in Photoshop nicht, das nächste mal zeige ich euch wie man Pixelart in Illustrator macht – Warum? Damit wir Aufkleber und Shirts drucken können.

Mäh keine Lust zu lesen? Hier das ganze als Video:

Happy drawing!

Interview: Günther Jakobs – Illustrator und Grafiker

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Heute darf ich Günther Jakobs ein freiberuflicher Illustrator und Grafiker bevorzugt für Kinderbücher zu einem Interview begrüßen.

Mir hat das Interview sehr viel Spass gemacht und ich hoffe ihr verfolgt es mit genausoviel Begeisterung wie ich :)

1. Hallo Günther, kannst Du dich unseren Lesern kurz vorstellen?
Ich bin freiberuflicher Kinderbuchillustrator und lebe mit meiner Frau und zwei Kindern in Münster. Gebürtig stamme ich aus der Nähe von Bonn. Nach Münster hat es mich durchs Design-Studium gezogen.

2. Du bist Illustrator, was kann man darunter verstehen?
Ich zeichne Bilder (mit Pinsel und Stift aber auch mit Grafiktablet und Computer) zu eigenen Geschichten und Texten anderer Autoren, hauptsächlich Kinderbücher.

3. War es dein Lebenstraum als Illustrator zu arbeiten?
Lebenstraum ist zu viel gesagt. Ich wäre auch gerne Astronaut geworden ;-) Aber es war ziemlich früh klar, dass ich beruflich etwas machen will, das mit dem Zeichnen und Entwerfen zu tun hat.

4. Hast du sehr oft das Zeichnen geübt ?
Das ist für meinen Beruf das wichtigste. Niemand wird schon als Zeichner geboren.
Zeichenpraxis ist einfach die Grundlage.
Wenn ich Pianist werden will, muss ich selbstverständlich viele Stunden am Tag üben (für mich ist da der Zug leider schon abgefahren).

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5. Auf welches deiner Kinderbücher-Werke bist du besonders Stolz?
Im Moment bin ich sehr stolz, mit Max Kruse an Urmel-Büchern arbeiten zu dürfen.
Zwei Bilderbücher sind bereits erschienen. Es folgen aber noch spannende, neue in naher Zukunft! Urmel war schon als Kind einer meiner Helden.

6. Wolltest du die Selbständigkeit schon aufgeben?
Ganz am Anfang hatte ich Zweifel an der Selbständigkeit. Ich habe mir zur Beruhigung einen Plan B ausgedacht, auch zur Beruhigung meiner Eltern. Aber ich wollte nie wirklich aufgeben.

7. Könntest du dir auch Vorstellen Kinderspiele zu illustrieren z.B für das iPhone oder iPad?
Das kommt immer auf die Spiele selbst an. Generell finde ich die neuen Möglichkeiten sehr spannend. Es wurden übrigens auch schon zwei meiner illustrierten Bilderbücher als Bilderbuch-Apps mit spielerischen Ansätzen umgesetzt :

Abc, abc, Arche Noah sticht in See“ und “Schmuh und Schmatz“ (Tigerbooks).

8. Kannst du noch ein paar Tipps an Anfänger der Illustrationsszene mitgeben?
Bleibt hartnäckig, authentisch und bringt Eure Illustrationen dazu, das auszusagen, was ihr aussagen möchtet!

9. Möchtest du unseren Lesern noch etwas mitteilen?
…mmh… meine homepage: www.guentherjakobs.de ;-)

Auch wir bedanken uns für das tolle Interview und den spannenden Einblick in die Welt der Illustratoren.

Heappy Coding!

EMAF – European Media Art Festival in Osnabrück

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Derzeit findet die EMAF Ausstellung in Osnabrück statt. Gestern habe ich mir die Zeit genommen genau diese Ausstellung mal zu besuchen.

Ausstellungsräume in der Kunsthalle in Osnabrück beinhalteten einen teil der medialen Kunstwerke.

Wir besuchten die Ausstellung gleich zu beginn der Öffnungszeiten was im nach hinein betrachtet eine gute Idee war da zu derzeit noch wenige Menschen sich in der Ausstellung tummelten und wir uns somit Zeit für jedes Werk nehmen konnten.

Es gibt derzeit viele coole Kunstwerke zu bestaunen, gefallen hat mir die 360° Ansicht mit einer surrealen Illustration und die Geschichte der Computergrafik an Hand von den Naturgewalten Luft, Wasser, Feuer. Auch die zwei Roboter welche Laut Anzeigetafel ein Ehepaar in der modernen Zeit darstellen die nur durch Geräusche und Bewegungen miteinander Kommuniziert haben waren auch sehr beeindruckend.

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Die Ausstellung und das Festival geht noch bis zum 28 April. Es lohnt sich also mal vorbei zu schauen und sich die Kunstwerke anzuschauen.

Heappy Coding!